berufsverband-sexarbeit.de

berufsverband-sexarbeit.de

Willkommen bei der größten Vertretung für Sexarbeitende in Europa

26.05. | 16:00 | Eine Stunde – Ein Thema

26.05. | 16:00 | Eine Stunde – Ein Thema


Das Gesetz für Gleichstellung, Respekt und Rechte in der Sexarbeit (SAG) ist der erste umfassende Gesetzentwurf in Deutschland, der direkt von Sexarbeitenden verfasst wurde. Online-Veranstaltung offen für alle Interessierten – let’s talk about it!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brauchen deine Spende um weiter gegen ein Sexkaufverbot in Deutschland anzukämpfen.

Mehr erfahren

Ein Blick hinter die Kulissen: Sexarbeit in Deutschland

Ein Blick hinter die Kulissen: Sexarbeit in Deutschland

Redet mit statt über uns – zum Beispiel während der 7-tägigen Aktionswoche rund um den Internationalen Hurentag! In deutschlandweiten Veranstaltungen besteht die Chance, echte Einblicke in die Branche zu bekommen und die Menschen kennenzulernen, die darin arbeiten!

Mehr erfahren

Corona Nothilfefonds

BesD in der Corona-Zeit: Nothilfe Fonds, Hygiene-Konzepte & Demos

Der Nothilfe Fonds war eines der wichtigsten und organisatorisch herausforderndsten Projekte des Verbands, das in eine Zeit fiel in der in Deutschland und weltweit bislang ungeahntes Chaos ausbrach. Zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 veröffentlichte der Verband als international erster Sexworker-Verbund bereits Hinweise zum Infektionsschutz speziell für Sexarbeitende.

Viele Monate updateten wir diese nahezu täglich nach den neuesten Erkenntnissen von Mediziner*innen und staatlichen Informationen, um in der Flut von Informationen und Ängsten ein wenig Orientierung zu bieten. Die englische Variante unseres Textes wurde als erstes verfügbares Dokument von mehreren Sexworker-Organisationen international übernommen.

In Zusammenarbeit mit Allies vom Fach entwickelte Mitglieder des BesD in schlaflosen Nächten die ersten Vorschläge für Hygienekonzepte – für selbstständige Sexarbeitende sowie für Prostitutionsstätten.

Als viele migrantische Sexarbeitende plötzlich vor geschlossenen Bordelltüren standen, setzte der Verband eine zwischenzeitliche Aufhebung des Übernachtungsverbots durch.

Für alle Sexarbeitenden aber besonders für die Mehrfachmarginalisierten setzte der Verein sich ein und forderte vereinfachten Zugang zu Hilfen und schnelle Unkomplizierte Unterstützungskonzepte.

Bei den lange erwarteten Lockerungen gab es ebenso Nachbesserungsbedarf, den den BesD wieder gegen alle Stigma für die Sexarbeitenden fordern musste

Und auch im Nachgang muss aus der Situation gelernt werden um in Zukunft effektiver und sicherer zu agieren.

Befürworter*innen des Sexkaufverbots versuchten die Krise für eigene Zwecke zu nutzen und für ein corona-unabhängiges Sexkaufverbot Lobby zu machen.Der BesD wurde indes nicht müde, auf die offensichtlich fatalen Konsequenzen dieser Verbote und die schlimmen Auswirkungen auf Sexarbeitende hinzuweisen.

Auf Demos und mit der Online-Kampage “RotlichtAN” kämpfte der Verband in erster Reihe monatelang dagegen an, dass Sexarbeitende von unverhältnismäßigen Berufsverboten betroffen waren. 

Während dieser Zeit der Arbeitsverbote, Bordell-Schließungen und angesichts eines massiven Rückgangs an Kundschaft, brachen einer Mehrzahl an Sexarbeitenden mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen sämtliche Einkommen weg. Insbesondere unter Sexarbeitenden fanden sich überdurchschnittlich viele Menschen ohne Zugang zu staatlichen Hilfen wie Hartz IV oder den Corona-Überbrückungshilfen. Deshalb gründete der BesD bereits in den ersten Pandemie-Monaten den Nothilfe Fonds als unbürokratische Soforthilfe für Betroffene, denen zu diesem Zeitpunkt nicht anderweitig geholfen wurde.

Zwei Ansprechpartner*innen aus dem Verband, die sich mit besonders viel Erfahrung im Umgang mit Sozialarbeiter*innen und marginalisierten Gruppen aus dem Bereich der Sexarbeit auszeichneten, erklärten sich bereit, rund um die Uhr für die Prüfung und Weiterverarbeitung der täglich eintreffenden Anträge auf Nothilfe zu sorgen. 

Gemeinsam wurden Abläufe konzeptioniert, ein Logo entworfen, Texte gebastelt, Fallgeschichten niedergeschrieben, eine Website erstellt – der Fonds und die Mission dahinter wurde massiv innerhalb der Sexworker-Community sowie auf Social Media und anderen Kanälen beworben. 

Angesichts der großen Anzahl an Anträgen bildeten wir ein Komitee aus drei Sexworkern und drei externen Berater*Innen mit entsprechender Expertise, das nach dem Mehrheitsprinzip über Anträge entschied.

2020 wurden rund 126.000 € an knapp 400 Personen verteilt, die damit kurzfristig Notunterkünfte bezahlen und ihre Kinder und sich selbst mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen konnten.

Bis zum Auslaufen des Fonds Ende 2021/Anfang 2022 sammelte der Verband weiter Spenden, bearbeitete Anträge und steckte Unmengen an Arbeitszeit und Herzblut in das Projekt zur unbürokratischen nicht stigmatisierende Hilfestellung.

Über den BesD Nothilfe wurde auch medial viel berichtet – dieser gilt als ein besonders gelungenes Modell für “einzigartige Peer-Hilfe”.