Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Crashkurs Corporate Design

Crashkurs Corporate Design

Datum: 19.03.2026
Uhr­zeit: 18:00–22:00 Uhr (4 Std.)

Inter­ner Work­shop für alle die mit dem neu­en CD best­mög­lich arbei­ten wol­len. je nach Bedarf der Teil­neh­men­den wer­den The­men wie Anle­gen einer Druck­vor­stu­fe für unse­re Dru­cke­rei, Ein­wei­sung in unser Medi­en­ar­chiv, Sty­le­gui­de Inten­siv­kurs, Grund­kurs Typo­gra­fie, Crash­kurs Doku­men­ten­er­stel­lung oder was ihr sonst …

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Analsex & Fisting in der Sexarbeit — aktiv und passiv 

Analsex & Fisting in der Sexarbeit — aktiv und passiv 

Datum: 24.03.2026
Uhr­zeit: 19:00–20:30 Uhr (1 Std. 30 Min.)

In die­sem Online-Work­shop spre­chen offen über das The­ma Anal­sex und Fis­ting in der Sex­ar­beit – sowohl aus akti­ver als auch pas­si­ver Per­spek­ti­ve. Spe­cial Guest!! Aus­nahms­wei­se ist heu­te neben drei Kol­le­gin­nen auch eine Nicht-Sex­wor­ke­rin bei den Vor­tra­gen­den dabei: Svet­la­na ist SW-Allie …

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Corporate Design Crashkurs

Corporate Design Crashkurs

Datum: 26.03.2026
Uhr­zeit: 18:00–22:00 Uhr (4 Std.)

Inter­ner Work­shop für alle die mit dem neu­en CD best­mög­lich arbei­ten wol­len. je nach Bedarf der Teil­neh­men­den wer­den The­men wie Anle­gen einer Druck­vor­stu­fe für unse­re Dru­cke­rei, Ein­wei­sung in unser Medi­en­ar­chiv, Sty­le­gui­de Inten­siv­kurs, Grund­kurs Typo­gra­fie, Crash­kurs Doku­men­ten­er­stel­lung oder was ihr sonst …

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BesD befürchtet Verschlechterung von Arbeitsbedingungen durch Pläne der Koalition

BesD befürchtet Verschlechterung von Arbeitsbedingungen durch Pläne der Koalition

Ber­lin, 14.08.2014: Der Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen (BesD) ver­folgt mit Besorg­nis die Ver­hand­lun­gen zwi­schen SPD und Uni­on zur Pro­sti­tu­ti­ons­re­gu­lie­rung. “Wir befürch­ten, dass die Gesprä­che wenig sach­lich geführt wer­den”, so Johan­na Weber, poli­ti­sche Spre­che­rin des BesD. “Es besteht enger Kon­takt zur SPD. Bei der CDU regie­ren wert­kon­ser­va­ti­ve Moral­vor­stel­lun­gen, die mit der Rea­li­tät in der Sex­ar­beits­bran­che wenig gemein haben.” Pres­se­spre­che­rin Undi­ne de Riviè­re ergänzt: “Die For­de­run­gen der Uni­on, wie die Kri­mi­na­li­sie­rung jun­ger erwach­se­ner Sexarbeiter_innen, Zwangs­un­ter­su­chun­gen oder jede Art von Frei­er­be­stra­fung wür­den unse­re Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen mas­siv ver­schlech­tern. Statt noch mehr dis­kri­mi­nie­ren­der Repres­sa­li­en brau­chen wir ganz im Gegen­teil end­lich eine recht­li­che Gleich­stel­lung mit ande­ren Beru­fen.” Zwi­schen den Koali­ti­ons­part­nern gibt es gro­ße Unstim­mig­kei­ten betref­fend der ange­streb­ten Rege­lun­gen in der Sex­ar­beits­bran­che. Heu­te, am 14. August fin­den die Gesprä­che über die strit­ti­gen Punk­te statt. Die CDU gibt an, hart ihre The­sen ver­tre­ten zu wol­len, Ver­tre­ter der SPD befürch­ten anstren­gen­de Ver­hand­lun­gen.

Stellungnahme des BesD zu den strittigen Punkten:

Anhebung des Mindestalters für eine Tätigkeit in der Prostitution

Die mög­li­cher­wei­se gut gemein­te Anhe­bung des Min­dest­al­ters auf 21 Jah­re geht an der Lebens­wirk­lich­keit in der Bran­che vor­bei. Jun­ge Erwach­se­ne mit einem drin­gen­den Ver­dienst­be­dürf­nis wer­den sich unge­ach­tet des Ver­bots in der Sex­ar­beit betä­ti­gen. Ihr somit ille­ga­li­sier­ter Sta­tus wür­de in die­ser schüt­zens­wer­ten Alters­grup­pe Aus­beu­tung und Abhän­gig­keit Tür und Tor öff­nen. Bereits jetzt führt die Son­der­stel­lung jun­ger Erwach­se­ner im Men­schen­han­dels­pa­ra­graph §232, nach dem bereits eine ein­ver­nehm­li­che Unter­stüt­zung beim Berufs­ein­teig kri­mi­na­li­siert wer­den kann, dazu, dass jun­gen Anfänger_innen vie­le siche­re Arbeits­plät­ze ver­wehrt blei­ben.

Erlaubnispflicht für Prostitutionsstätten und Betreibereignungsprüfung

Der Berufs­ver­band for­dert eine Anzei­ge­pflicht für Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten nach §14 GewO, wie es für ande­re Bran­chen auch der Fall ist. Noch völ­lig unge­klärt sind Kern­fra­gen wie die Defi­ni­ti­on einer Pro­sti­tu­ti­ons­stät­te, Min­dest­stan­dards, Arbeits­schutz­richt­li­ni­en oder Bestands­schutz für bestehen­de Woh­nungs­bor­del­le. Bei der Kom­ple­xi­tät des The­mas war­nen wir ein­dring­lich vor poli­ti­schen Schnell­schüs­sen. Der Berufs­ver­band orga­ni­siert hier­zu einen Kon­gress in Ber­lin am 24. und 25.09.2014

Verpflichtende Gesundheitsuntersuchungen für Prostituierte

Genau wie die Fach­öf­fent­lich­keit — allen vor­an die Deut­sche AIDS-Hil­fe, die Deut­sche STI-Gesell­schaft und die Gesund­heits­äm­ter — leh­nen wir Pflicht­un­ter­su­chun­gen ab. Wirk­sa­me Prä­ven­ti­on beruht auf Infor­ma­ti­on und Eigen­ver­ant­wort­lich­keit. Wir for­dern, bun­des­weit in jeder grö­ße­ren Stadt die Mög­lich­keit zur anony­men, kos­ten­lo­sen und Sex­ar­beit akzep­tie­ren­den Gesund­heits­vor­sor­ge durch die Gesund­heits­äm­ter zu schaf­fen.
 Wo die­se Mög­lich­kei­ten bestehen, wer­den sie von Sexarbeiter_innen gern und frei­wil­lig ange­nom­men.

Kondompflicht

Der BesD begrüßt und unter­stützt siche­res Arbei­ten. Die Durch­set­zung von Safer Sex-Prak­ti­ken ist genau wie die Gesund­heits­vor­sor­ge aller­dings nach­weis­lich effek­ti­ver, wenn sie durch Auf­klä­rung und nicht durch Zwang erreicht wird. Wir schlie­ßen uns der Emp­feh­lung der Deut­schen AIDS-Hil­fe an, die eine Kon­dom­pflicht ablehnt. Wo bereits eine Kon­dom­pflicht besteht, berich­ten Kolleg_innen von men­schen­un­wür­di­gen Kon­troll­maß­nah­men wie das Stür­men der Arbeits­zim­mer im lau­fen­den Betrieb durch die Poli­zei und Aus­leuch­ten des Geni­tal­be­rei­ches von Sexarbeiter_in und Kun­den mit Taschen­lam­pen.

Meldepflicht für Sexarbeiter_innen

Ein gro­ßes Pro­blem ist noch immer die gesell­schaft­li­che Stig­ma­ti­sie­rung unse­rer Bran­che. Die Regis­trie­rung einer so hoch stig­ma­ti­sier­ten und häu­fig mehr­fach dis­kri­mi­nier­ten Berufs­grup­pe ist kei­nes­falls ver­hält­nis­mä­ßig. Die Erfah­rung in Kom­mu­nen, in denen die Poli­zei bereits eigen­mäch­tig ohne recht­li­che Grund­la­ge eine flä­chen­de­cken­de Regis­trie­rung durch­setzt, zeigt, dass unse­re Daten dort regel­mä­ßig an ande­re Behör­den und sogar an Pri­vat­per­so­nen wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Ein Zwangs­ou­ting ist für den Groß­teil der Sexarbeiter_innen eine per­sön­li­che Kata­stro­phe. Ver­pflich­tend soll­te (wie bis­her) für selbst­stän­di­ge Sexarbeiter_innen nur die Anmel­dung beim Finanz­amt, d.h. der Nach­weis einer Steu­er­num­mer sein.

Überwachungs- und Kontrollbefugnisse

Wir fin­den kei­ne Bestä­ti­gung dafür, dass die Auf­klä­rungs­ra­te von Men­schen­han­dels­de­lik­ten oder “milieu­be­ding­ter” Kri­mi­na­li­tät in den Bun­des­län­dern, deren Poli­zei­recht anla­ßun­ab­hän­gi­ge Durch­su­chun­gen oder Iden­ti­täts­kon­trol­len im Umfeld der Pro­sti­tu­ti­ons­aus­übung erlaubt, wesent­lich höher ist, als in den übri­gen Bun­des­län­dern. Anla­ßun­ab­hän­gi­ge Kon­trol­len durch die Poli­zei sind kei­ne ver­trau­ens­bil­den­den Maß­nah­men. Wir for­dern einen men­schen­wür­di­gen Umgang mit in der Sex­ar­beit Täti­gen und auf­su­chen­de Arbeit der Poli­zei statt Raz­zi­en und Kotrol­len.

Freierbestrafung für Kunden, welche wissentlich die Dienste einer eindeutig unter Zwang stehenden Sexarbeiter_in in Anspruch nehmen

Auch unser Berufs­ver­band ist der Mei­nung, dass ein sol­ches Ver­hal­ten straf­recht­lich ver­folgt wer­den muss. Aller­dings bedarf es dazu kei­nes neu­en Son­der­ge­set­zes. Selbst die Deut­schen Straf­ver­tei­di­ger-Ver­ei­ni­gung bemerkt, dass in die­sem Fall kei­ne Rege­lungs­lü­cke ersicht­lich ist. Die­ser sym­bol­po­li­ti­sche Über­ak­tio­nis­mus führt nur zur Ver­un­si­che­rung unse­rer Kun­den. Rund 70% der Ermitt­lun­gen in Bezug auf Men­schen­han­del zur sexu­el­len Aus­beu­tung wer­den ein­ge­lei­tet auf­grund von Anzei­gen der Opfer und Hin­wei­se aus deren Umfeld, zu dem auch auf­merk­sa­me Kun­den gehö­ren (BKA Bun­des­la­ge­bild 2012). Vie­le die­ser Kun­den wür­den im Fall einer sol­chen Hexen­jagd auf eine Anzei­ge ver­zich­ten, um sich nicht selbst in Schwie­rig­kei­ten zu brin­gen. Aus­ser­dem wer­den bereits jetzt durch die aktu­el­le öffent­li­che Debat­te migran­ti­sche Kol­le­gin­nen, beson­ders aus Süd­ost­eu­ro­pa, wirt­schaft­lich benach­tei­ligt. Kun­den, die die Pro­pa­gan­da von der grund­sätz­lich “zwangs­pro­sti­tu­ier­ten” Rumä­nin und Bul­ga­rin glau­ben, fra­gen ver­mehrt nach Kol­le­gin­nen aus den alten EU-Län­dern, um nicht ver­se­hent­lich eine Zwangs­la­ge aus­zu­nut­zen.